News Digitalisierung des Wertstoffhandels: Drei Fragen an – Teil 2
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Digitalisierung des Wertstoffhandels: Drei Fragen an – Teil 2

Interviewreihe: Digitalisierung des Wertstoffhandels - Drei Fragen an

Interviewreihe auf scrappel.com

Was denken Experten der Recycling- und Wertstofffbranche über die Digitalisierung, welchen Einfluss haben digitale Natives auf gewachsene Prozesse und welche Möglichkeiten bietet die Transformation? Einigen dieser Fragen gehen wir mit der Interviewreihe „Drei Fragen an“ auch im zweiten Teil auf den Grund. Im ersten Teil kamen Karsten Meiß, Adrian Gasser und Dominic Lindner zu Wort.


Interview Benjamin Borngräber – Gründer und Inhaber Recyclingfüchse
Im Gespräch: Benjamin Borngräber – Gründer und Inhaber Recyclingfüchse

Benjamin Borngräber ist Gründer & Inhaber von Recyclingfüchse – einem Hamburger Start-Up für Abfallberatung. Er ist seit seit zehn Jahren in der Abfallwirtschaft unterwegs und möchte mit seiner derzeitigen Tätigkeit Entsorgungsvorgänge noch effizienter gestalten.


Welche digitalen Hilfsmittel sind aus Ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken?

Für uns als spezialisiertes Beratungsunternehmen sind effiziente Workflows und schnelle Kommunikation besonders wichtig. Computer, Smartphone, Tablet und unserer eigener, sicherer Cloud-Server sowie Tools zur Zusammenarbeit und für das Projektmanagement sind dabei essentiell.

Was denken Sie, wie können gewachsene Unternehmen die digitale Affinität der jungen Generationen zu ihren Gunsten nutzen?

Jüngere Generationen leben ganz selbstverständlich in einer „digitalisierten Welt“. Sie kennen den aktuellen Status Quo und sind schnelle Weiterentwicklungen gewohnt.

Schnell wachsende Digitalunternehmen zeichnen sich unter anderem durch eine extrem hohe Kundenorientierung und durch eine extrem schnelle Reaktionsgeschwindigkeit aus. Bei der Kundenorientierung wird dieses etwa durch direkte digitale Interaktionen (wie Social Media, Chats, Kundenportale, digitale Assistenten etc.) deutlich. Die Reaktionsgeschwindigkeit zeigt sich dadurch, dass digitale Unternehmen sehr schnell reagieren. Dabei zeigen Erhebungen beispielsweise, dass Amazon in der Lage ist, täglich mehr als 20.000 Veränderungen an seiner Software umzusetzen und somit wirklich schnell auf Anforderungen, Kundenpräferenzen und Fehler reagiert.

Für die junge Generation ist dieses Verhalten ganz selbstverständlich. Gewachsene Unternehmen können von ihren jungen Mitarbeitenden oft genau dieses lernen und sich so auf den Weg auf eine digitalisierte Zukunft machen.

Und welche Herausforderungen stellen sich der Recyclingbranche in Bezug auf die Digitalisierung? Wie wurden diese bisher gemeistert?

Wir stellen in unserer Arbeit immer wieder fest, dass Abfallerzeuger vermehrt auf der Suche nach digitalen Lösungen und Angeboten sind. Hierbei geht es um ganz unterschiedliche Themen, wie beispielsweise ein sinnvolles Abfall- und Leerungsmanagement, Sensoren in den Abfallbehältern zur Messung etwa von Füllständen und Temperaturen, Auswertungsmöglichkeiten zur kontinuierlichen Verbesserung der Entsorgungssituation und zur Identifikation von Abfallvermeidungsmöglichkeiten, zur Vereinfachung von Dokumentationsanforderungen sowie zur Einhaltung der relevanten Gesetze, Verordnungen und Regelungen.

Darüber hinaus ergeben sich Veränderungen im Bereich der Beschaffung von Entsorgungsdienstleistungen: der telefonische Erstkontakt zum Entsorger wird zunehmend durch eine Onlinerecherche ersetzt. Hierbei ist der Anspruch, sofort ein Ergebnis zu sehen. Ähnliches ergibt sich auch etwa bei der Beauftragung von Behältergestellungen und -leerungen. Kunden fordern hier vermehrt ein Tool, aus welchem heraus Beauftragungen erfolgen und Entsorger direkt eine Rückmeldung (etwa zum Gestellungstermin und zur Durchführung) geben.

Zusätzlich wird vielen Abfallerzeugern zunehmend wichtig, sich aktiv auf die Hochwertigkeit der Verwertung ihrer Abfälle zu konzentrieren und dabei gleichzeitig die Erlös- und Kostenseite im Wertstoffmanagement stärker in den Blick nehmen. Zusammengefasst heißt das: Abfallerzeuger fordern vieles von ihren Entsorgungspartnern.

Die Recyclingbranche reagiert mit ganz unterschiedlichen Lösungen: etablierte Entsorger digitalisieren zunehmend ihren Kundenkontakt und entwickeln entsprechende Schnittstellen zu ihren Kunden. Darüber hinaus kommen spannende neue Anbieter, wie auch scrappel, auf den Markt und bringen dabei ganz neue, innovative Geschäftsmodelle mit.


Interviewreihe Digitalisierung des Wertstoffhandels: Patrick Simon
Im Gespräch: Patrick Simon – Gründer und Inhaber recycons

Patrick Simon ist Gründer & Inhaber von recycons und ist als unabhängiger Berater für Entsorgungslösungen und Umweltmanagement tätig. Er versteht sich als moderner Umweltdienstleister und hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch optimierte Entsorgungskonzepte nachhaltig den Wertstoffkreislauf zu schließen. Mit einem dichten Netz an bundesweiten Entsorgungspartnern, bietet recycons Abfallerzeugern eine zentralisierte Abwicklung ihres Abfallmanagements.


Welche digitalen Hilfsmittel sind aus Ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken?

In erster Linie die „Klassiker“ Laptop & Smartphone. Immer wichtiger werden für mich aber auch cloudbasierte Dienste. Mit deren Hilfe kann ich ortsungebunden und auf Reisen auf alle wichtigen Dinge zugreifen.

Was denken Sie, wie können gewachsene Unternehmen die digitale Affinität der jungen Generationen zu ihren Gunsten nutzen?

Unternehmen sollten im gerade begonnenen Zeitalter der Digitalisierung Ihre derzeit gelebten Prozesse und eingesetzte Software auf Optimierung überprüfen. Gerade hier kann man die junge Generation, die „Digital Natives“ gut mit einbeziehen und diese für das eigene (moderne) Unternehmen begeistern. Ansonsten besteht bereits seit längerem die technische Möglichkeit Mitarbeitern das Arbeiten im „Home-Office“ zu ermöglichen. Gerade die junge Generation legt einen größeren Stellenwert auf eine ausgeglichene „work-life-balance“. Diese wird z.B. durch das Ausbleiben von langen Pendlerstrecken positiv beeinflusst, welche nicht nur gerne die junge Generation in Anspruch nimmt.

Und welche Herausforderungen stellen sich der Recyclingbranche in Bezug auf die Digitalisierung? Wie wurden diese bisher gemeistert?

In Sachen Digitalisierung besteht in unserer Branche durchaus noch großer Nachholbedarf. Im Vergleich mit anderen Branchen, welche die Möglichkeiten der Digitalisierung wie selbstverständlich und sinnvoll nutzen, hängt die Entsorgungsbranche hier deutlich hinterher.

Das bedeutet aber auch, dass es derzeit großes Potential für „StartUps“ mit guten neuen Ideen gibt. Diese können als Vorreiter den Weg beschreiten. Einige innovative Anbieter sind bereits auf dem Markt zu finden – z.B. digitale Containerbestellung und Auftragsabwicklung via App samt Echtzeitrückmeldung an den Auftraggeber sowie umfangreiche Auswertungsmöglichkeiten.

Eine Plattform wie scrappel ist eine weitere spannende Idee, welcher ich gute Zukunftsaussichten ausrechne. Vor allem wenn das Potential voll ausgeschöpft wird. Beispielsweise indem man sämtliche Stoffströme hierüber anfragen oder aber auch den Abfallerzeuger z.B. mit Ausschreibungen mit an Bord holt. In letzter Zeit sind gerade größere Abfallerzeuger mit dem Wunsch nach mehr Digitalisierung und einfacheren, nachvollziehbaren Prozessen für das Tagesgeschäft an den Markt herangetreten. Ich bin mir sicher, dass wir erst am Anfang der Digitalisierung in unserer Branche stehen und sich die Angebote sowie Möglichkeiten in den nächsten Jahren erhöhen.


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