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Digitalisierung des Wertstoffhandels: Drei Fragen an

Interviewreihe: Digitalisierung des Wertstoffhandels - Drei Fragen an

Interviewreihe auf scrappel.com

scrappel hat nachgefragt – In unserer Interviewreihe „Drei Fragen an“ unterhalten wir uns mit Branchenexperten rund um die Themen Digitalisierung sowie digitale Transformation der Wertstoff- und Recyclingbranche. Die Interviews werden Ihnen nacheinander zur Verfügung gestellt.


Interviewreihe Digitalisierung des Wertstoffhandels: Adrian Gasser
Im Gespräch: Adrian Gasser – Controller, Qualitäts- & Prozessmanager

Adrian Gasser war bei einem StartUp für Recycling in der Schweiz tätig und ist nun auf der Suche nach einer Anstellung als CVO (Chief Value Officer). Über seine Erfahrungen im Bereich Recycling und Wertstoffhandel berichtet er scrappel im Interview.


Welche digitalen Hilfsmittel sind aus Ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken?

Kurz und knapp: Computer / Laptop, Tablet, Smartphone und Smartwatch.

Was denken Sie, wie können gewachsene Unternehmen die digitale Affinität der jungen Generationen zu ihren Gunsten nutzen?

In der Schweiz gibt es Aufklärungsprogramme betreffend Recycling und entsprechende Apps für das Auffinden von Entsorgungsstellen. Zudem arbeitet der Verband Swissrecycling unter dem Titel Recycling Heroes mit Schulen zusammen und stellt Lehrmittel zur Verfügung inklusive Online-Tests. Dank Greta ist Nachhaltigkeit ein Thema, dass man entsprechend nutzen kann. Aber man muss die jungen Menschen auch ernst nehmen.

Und welche Herausforderungen stellen sich der Recyclingbranche in Bezug auf die Digitalisierung? Wie wurden diese bisher gemeistert?

Die Recyclingbranche steht noch am Anfang. Neben Blockchain zur Nachverfolgung der Wertstoffe und deren Aufbereitung, können dank Automatisierung und Marktplätzen entsprechend Anlagen besser geplant und ausgelastet werden.

In der Schweiz ist das Abfallmonopol für Siedlungsabfälle (Privathaushalte) bei den Kommunen, während die Abfälle der Unternehmen im freien Markt entsorgt werden. Ein Wertstoffhandel für Unternehmen könnte eine bessere, sortenreine Sammlung von Wertstoffen ermöglichen.

Zudem sollte die Industrie bereits bei der Entwicklung und Herstellung von Verpackungen deren Verwertung ins Auge fassen. So könnte bspw. auf bunt bedruckte Kartons zu Gunsten der besseren Aufbereitung als Wertstoff verzichtet werden und der Einsatz von Klebebänder minimiert.

Ein ähnliches System, wie bei der Einfuhr und Herstellung von Glas (VetroSwiss), könnte für alle wieder verwertbaren Wertstoffe als Modell herangezogen werden. Dadurch ließe sich, sofern die Sortierung über z.B. RFID oder Tags automatisiert ermöglicht würde, der Prozess vergünstigen. Die Herausforderung im Recycling besteht darin, dass beim Ursprung (der Entstehung) angefangen werden müsste. Dies würde auch den Einsatz von Mehrweg- oder Standardgebinden begünstigen.


Interviewreihe Digitalisierung des Wertstoffhandels: Dominic Lindner
Im Gespräch: Dominic Lindner – Blogger und Forscher.

Dominic Lindner ist Autor des Blogs Agile-Unternehmen.de. Seit 2016 schreibt er an seiner Dissertation zum Thema “Auswirkungen der Digitalisierung auf KMU mit wissensintensiven Dienstleistungen“, deren Ergebnisse er auch auf seinem Blog veröffentlicht.


Welche digitalen Hilfsmittel sind aus Ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken?

Ich leite in meinem Job ein digitales und verteiltes Team. Nicht mehr wegzudenken sind die cloudbasierten Informations- und Kommunikationstools zur Aufgabenverteilung (Jira), Chatsystem, Videochatsystem und Dokumentenverwaltung (Confluence) sowie für meinen Blog WordPress als auch mein Synology NAS-Server zur Speicherung von Dateien.

Was denken Sie, wie können gewachsene Unternehmen die digitale Affinität der jungen Generationen zu ihren Gunsten nutzen?

Neue, flexible Arbeitskonzepte werden in der Tendenz in den jungen Generationen geschätzt und bieten somit den idealen Ansatzpunkt für das Recruiting als auch die Arbeitsmotivation der jungen Fachkräfte. Es empfiehlt sich, die Offenheit der digital affinen Mitarbeiter zum softwaregestützten Arbeiten, zu agilen Teams, zum virtuellen Arbeiten und zur Remotearbeit zur Minimierung von Reisezeiten oder Prozessoptimierung zu nutzen.

Und welche Herausforderungen stellen sich der Recyclingbranche in Bezug auf die Digitalisierung? Wie wurden diese bisher gemeistert?

Deutschland ist in meinen Augen ein Vorreiter bei Recyclingtechnologien. Dennoch verwendet die Industrie zur Produktion zu mehr als 80 Prozent analoge Prozesse. Noch häufig erlebe ich, dass das Fax dominiert und von Hand in interne Systeme abgetippt wird.

Es gibt langfristige und kurzfristige Potentiale. Kurzfristig sollten Medienbrüche vermieden werden. So können Transaktionskosten gesenkt und Prozesse optimiert werden. Langfristig lassen sich zusätzliche Daten aus der Produktion und Nutzung verwenden. So können in Echtzeit Fragen wie: In welche Verwertungswege muss ich Abfälle lenken, um aktuelle Rohstoffbedarfe der Industrie abdecken zu können?, gelöst werden.

Um dies umzusetzen erlebe ich, dass die Unternehmen die Entwicklung von gemeinsamen Standards über die gesamte Wertschöpfungskette etablieren. So können Daten von Anfang bis Ende gesammelt und gezielt ausgewertet werden.

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